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In einer gewissen Weise mußt Du wieder werden wie ein Kind. Ein Kind ohne Arme Ein Kind mag sogar wissen, daß es bald sterben wird, Warum sind Kinder in dieser Hinsicht »vernünftiger« als Erwachsene? Der Verstand des Kindes ist wie der leere Speicher eines Computers. Das Gehirn des Erwachsenen ist vollgestopft mit alten Programmen, Aber anstatt das alte Programm durch ein neues zu ersetzen, Eltern zum Beispiel haben bestimmte Programme, Anstatt zu versuchen, ein altes Programm anzupassen, Und da es nicht so leicht ist für den Verstand, Erlaube die Kraft der Natur in Dir, Und es gibt Menschen, die dies bereits tun, In der Meditation Du kannst Dich an eine Zeit erinnern, Du kannst das Leben wieder so genießen Wenn Du in die Augen der Kinder schaust, Und durch diese gläserne Reinheit Und dies überträgt sich auf andere, Das Unreine wird rein Und Du kannst werden wie ein Kind. Ich sage nicht, daß Du Deinen Verstand nicht mehr gebrauchen sollst - Denn wenn Du ganz klar und offen bist, Und wenn Du beginnst, die Welt wirklich zu sehen, Du bist kein Automat mehr, der unbewußt reagiert, Du kannst dann offen auf jede Situation Viel von dem, was Du im normalen Leben zu fühlen glaubst, Ein Mensch beschuldigt Dich, Du fühlst Dich gut, Die Menschen kennen ihre Probleme, Ein Mensch hat Angst vor körperlicher Behinderung, Einem Kind ist es egal, Ein reines Kind kann nichts spiegeln, Das Gute geht durch das Baby hindurch Du wirst in Zukunft mehr und mehr Und Du wirst Dein Leben genießen Ein Kind ist immer im Augenblick, Ein Kind hat kein Bewertungssystem, Kinder könnten die Welt verändern. Kinder fühlen die Welt Erinnere Dich, wie jeder Tag ein neues Abenteuer war, Weil sie das Wirken des Göttlichen fühlen, Du kannst es wieder lernen, Und als Erwachsener hast Du die Möglichkeit, Das Kind weiß nämlich nicht, Nur der Erwachsene Kinder sind erleuchtet, Man kann alles bestaunen, All das Ein Prickeln irgendwo auf Deiner Haut, All dies sind Emanationen des Göttlichen Und Du kannst Dich in Zukunft schon an diesen kleinen Dingen freuen, All dies findet in der Realität statt, Kinder denken nicht an die Vergangenheit Das Leben wird ein immer größerer Genuß für Dich sein, in diesem Moment, Kreativität bringt Dich weiter! So seltsam das klingen mag, Du kannst von der Industrie lernen. Wenn eine Firma beispielsweise rote Zahlen schreibt, trauert sie dann? Beklagt sie ihr Schicksal? Firmen denken logischer als Individuen. Eine Firma erkennt eine Problematik, analysiert sie, beseitigt die Ursachen und findet einen neuen Weg. Eine Firma trauert nicht, sondern sucht die Alternative. Ich habe in den Meditationen des öfteren Organismen mit Organisationen verglichen, und daran ist auch umgekehrt etwas Wahres: Eine Firma funktioniert wie ein Lebewesen, das überleben will, es dehnt sich aus, wächst, ist kreativ - oder es muß verschwinden. Ich bin beileibe kein Freund gewisser Auswüchse des Kapitalismus, aber manche in der Industrie angewandten Methoden und Prinzipien des Erfolges sind des Studiums würdig, weil man sie im privaten Bereich anwenden kann. Die Industrie ist im geheimen oft viel weiter als der »Zeitgeist«, als die Medien. Während die Medien sich noch über neue Methoden der Selbstverwirklichung und Meditation lustig machen, sind die Industriemanager längst dabei, diese Methoden zur Produktionssteigerung und Innovation zu benutzen. Trance und Meditation werden dort seit langem in Managerschulungen eingesetzt. Während der »Stern« oder der »Spiegel« über »Jugendsekten« wie die Bhagwan-Bewegung herziehen, hat die Industrie längst in Poona und Oregon ihre Führungskräfte schulen lassen und lacht sich ins Fäustchen, daß die eine oder andere Methode des Gurus tatsächlich zu mehr Erfolg und Innovation führt - der Industrie ist es egal, wie viele Rolls-Royce der »Bhagwan« fährt, Hauptsache, sie gewinnt irgendeinen Vorteil durch irgendeine neue Methode dieses Mannes. Der Normalbürger ärgert sich unterdessen, grübelt, schimpft, palavert am Stammtisch, und die Medien bestärken ihn darin natürlich, weil sich nur ebendies verkaufen läßt. Unterdessen arbeitet der kreative Teil unserer Gesellschaft, eben (außer ein paar Künstlern) hauptsächlich die Industrie, schafft Neues, wächst, wuchert, wenn auch oft in die falsche Richtung. Dennoch kannst Du die Methoden benutzen, um ebenso kreativ zu werden: zum Beispiel beim »Brainstorming«. In den Firmen kommen beim Brainstorming Menschen gezielt zusammen, um zu »spinnen«. Wer dazu nicht verrückt genug ist, wird nicht zugelassen. Die Gruppe produziert ganz absichtlich verrückte Ideen, absurde Gedankenspielereien, phantasievolle Träume - ohne darüber zu befinden, ob irgend etwas davon zu verwirklichen wäre. Und - ein Wunder geschieht - während die Gruppe in einen Rausch gerät, in eine Ekstase überbordender Phantasie, hat irgendeiner in der Gruppe eine Idee, auf die er nur durch die vielleicht absolut verrückte Idee eines anderen kommen konnte und die sich beim späteren (»vernünftigen«) Aussortieren der Ideen als Ei des Kolumbus entpuppt. Es kann sein, daß diese geniale Innovation lediglich darauf beruht, daß jemand genau das Gegenteil davon vorschlägt, was ein anderer sich erlaubte zu äußern, weil es ja erwünscht war zu spinnen. Im normalen Leben versuchen wir, sehr vernünftig zu sein, wir zensieren uns selbst, wir werden dauernd kritisiert und gelangen deshalb niemals in einen Zustand, in dem Kreativität möglich wäre. Leider lehrt man Kinder, »auf dem Teppich zu bleiben«, und merkt gar nicht, daß man damit ihre Kreativität zerstört. Kinder sind von Natur aus kreativ, sie sind die geborenen »Brainstormer«. Erwachsene müssen dies erst wieder lernen. Brainstorming und ähnliche Methoden schaffen eine Atmosphäre von Kindlichkeit, Freude, ungehindertem Fluß der Lebensenergie, und in diesem Klima können auch Gesundheit und Liebe wachsen. Wenn Gedanken ungehindert fließen dürfen, dann setzt ein Prozeß der Erneuerung ein, und das ist es, was man braucht, um mit neuen Herausforderungen umzugehen. Und Erneuerung ist ein anderes Wort für Gesundheit, keine »geflickte« Gesundheit, sondern eine ursprüngliche Gesundheit. Die Brainstorming-Gruppen sind der Natur nachempfunden; Du kannst die Entwicklung beispielsweise einer Pflanze genauso sehen: Pflanzen sind dauernd dabei, Neues zu schaffen, zu »spinnen«, wenn Du so willst. Sie wachsen nicht alle nach dem gleichen Muster, sondern sie mutieren, sie verändern sich ständig ein wenig. Und manche dieser Veränderungen sind Verbesserungen. So - niemand kritisiert die Pflanze und sagt: Du fällst aus der Rolle, Du mußt beschnitten werden. Nein - wenn die Abänderung positiv ist, wird sie von allen anderen Pflanzen dieser Gattung übernommen. So machen es alle Lebewesen. Nur so hat sich das Leben weiterentwickeln können! Der Mensch ist das einzige Wesen auf dieser Welt, das versucht, Innovation zu verhindern! Und wenn sich etwas als Sackgasse herausstellt, dann geht dieses Lebewesen eben irgendwann ein, aber niemand hat es kritisiert oder sich darüber mokiert - denn die Natur weiß, wenn ich Mutation verbiete, verbiete ich jede Weiterentwicklung. Aufstrebende Kulturen fördern die Kreativität, lassen auch Abweichungen zu - sterbende Kulturen versuchen, alle Individuen in ein festes Schema zu pressen; wer sich nicht einfügt, wird diskriminiert, vernichtet, vertrieben. Damit vernichtet die Kultur sich aber nur selbst. Es kann sein, daß die ganze Rasse Mensch aussterben wird, weil sie dieses Naturgesetz mißachtet. Aber das ist von einer höheren Warte aus gesehen nichts Schlimmes - es hat immer wieder Lebewesen gegeben, die nach einer gewissen Zeit wieder ausgestorben sind. Wir sind lediglich die Fossilien von morgen. Die Natur wird einen neuen Versuch machen, und vielleicht wird die nächste Rasse »intelligenter« Lebewesen intelligenter sein als der Mensch. Ein Virus ist eindeutig ein Anlaß, kreativ zu werden, zu mutieren. In geistiger Hinsicht, in körperlicher und seelischer Hinsicht. Das ist die Herausforderung und die Chance. Jede Umweltveränderung bewirkt Mutation, und ein Virus ist eben auch eigentlich nicht mehr als eine Veränderung der Umwelt. Lerne dies zu benutzen, wie die Natur es benutzt. Ich hoffe, daß ich Dir bis hierher schon ein paar positive Anregungen gegeben habe. Dennoch möchte ich Deine Aufmerksamkeit auf weitere Möglichkeiten lenken, die Erkenntnisse aus diesem Buch anzuwenden: Im vorigen Kapitel habe ich davon gesprochen, wie unsere Gesellschaft in lebensfeindlicher Weise versucht, das Abweichende zu unterdrücken: Menschen, die nicht unseren Normen entsprechen, müssen zumindest unsichtbar werden. Der geistig Behinderte gehört ins »Irrenhaus«, der Alte ins Altenheim, der Kranke ins Krankenhaus. Ich behaupte: Der POSITIVE gehört keinesfalls ins Krankenhaus, das ist der falsche Ort für ihn. Der Arzt Andreas Ulrich hat im Auftrag des Münchner Max-Planck-Instituts für Psychiatrie die Belastung des Personals durch kranke und sterbende Patienten untersucht und kommt zu erschreckenden Ergebnissen: Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich selber krank, ausgelaugt, hilflos, verzweifelt. In einem Krankenhaus wird man krank, und die Ärzte und das Pflegepersonal dort werden froh sein, wenn sie Dich nicht sehen. Ich sage nicht, laß Dich dort nicht gelegentlich behandeln, wenn es unumgänglich ist, aber leben könntest Du auf jeden Fall woanders. Im übrigen mußt Du im Brennpunkt der Öffentlichkeit bleiben, denn Du hast der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten. Ich behaupte: Wenn Du POSITIV bist, gehörst Du in ein »Gesundenhaus«. Und wenn es so etwas nicht gibt, muß es geschaffen werden. In der Zeitschrift »BIO-Magazin« lese ich einen Artikel, der in die richtige Richtung weist::»Ein neues Ernährungsprogramm für Unheilbare«. Ich zitiere ungern andere und schon gar nicht aus zweiter oder dritter Hand, denn gerade die »spirituelle Regenbogenpresse« bringt oft »sensationelle« Nachrichten, die man zwar gerne glauben möchte, die sich aber bei genauer Nachprüfung als Übertreibungen oder »Enten« herausstellen. Aber ich möchte hier eine Ausnahme machen, da sich vielleicht aufregende Möglichkeiten eröffnen. »BIO-Magazin« schreibt:
»Im Mai 1984 entschlossen sich etwa zwei Dutzend Männer in New York zu einer radikalen Umkehr. Alle im letzten Stadium der Krankheit AIDS. Alle mit dem für AIDS-Infizierte typischen Hautkrebs, dem »Kaposi-Sarkom«. Die Ärzte und die Statistik gaben ihnen noch etwa eineinhalb Jahre Lebenszeit, als sie sich zu einer grundlegenden Umstellung ihres gesamten Lebensstils entschlossen. Sie begannen, »makrobiotisch« zu leben. Die Todgeweihten beschlossen, es einmal mit den Ratschlägen des Japaners Michio Kushi zu versuchen ... ... Aber auch Strategien der Lebenskunst spielen bei seinem Hilfsprogramm für »Unheilbare« eine wichtige Rolle... ... Dr. Martha Cottrell vom Fashion Institute of Technology in New York übernahm die ärztliche Betreuung. Die Blutwerte der Projektteilnehmer wurden regelmäßig am Mikrobiologischen Institut der Universität Boston untersucht.
Das Resultat dieses beispielhaften, aufregenden Versuchs: Etwa die Hälfte der Männer lebt noch heute - nach immerhin drei Jahren. Ihre Blutwerte (Lymphozytenzahl und T4-Zellen-Prozentsatz) haben sich stabilisiert oder verbessert. Und was vielleicht am allerwichtigsten ist, diese Männer leben wieder gern. Sie fühlen sich nicht mehr als »Kranke«, sondern als handlungsfähige und selbstverantwortliche Mitglieder der Gesellschaft. Dr. Cottrell, die betreuende Ärztin: »Diese Männer sind aktiv. Sie arbeiten. Sie führen ein normales Leben. Sie treffen sich regelmäßig in Gruppen, um einander zu helfen und zu raten, um sich gegenseitig Mut zu
machen. Was hat diese Veränderung herbeigeführt? Alle Männer haben ihre Ernährung nach den Grundlagen der makrobiotischen Lehre umgestellt und haben auch sonst mehr Ordnung in ihr Dasein gebracht.
Das Überlebensprogramm im einzelnen. Ernährung Ersatz von Zucker und Honig durch komplexe Kohlehydrate, wie sie sich in Getreide und bestimmten Gemüsen finden. Vollwertgetreide anstatt Weißmehl als Basis der Ernährung. Weitgehender Verzicht auf Milchprodukte, Fleisch, Tiefkühlkost, chemisch behandelte Lebensmittel. Verzicht auf Kaffee, Tee, Kakao, Alkohol, Schokolade, auf Beruhigungs- und Aufputschmittel. Gründliches Kauen und maßvolles Essen.
Allgemeiner Lebenswandel Regelmäßig essen, arbeiten, ruhen. (Zitate aus: »BIO-Magazin« 5/87)
Ganz gleich, was man über derartige Vorschläge denken mag, es gibt nur eine Konsequenz daraus: Handeln, Ausprobieren, Verwirklichen. Aber gerade an einem solchen Beispiel kannst Du die unvorteilhaften Denkgewohnheiten in unserer Gesellschaft studieren: Erzähle Politikern, Ärzten, Funktionären von diesem Programm, und sie werden Dir Gegenargumente liefern, sie werden versuchen, es Dir auszureden, madig zu machen, sie werden Dir nicht glauben und nicht helfen. Stattdessen werden sie sich selbst und ihre Meinung produzieren. Laß Dich nicht von solchen Leuten entmutigen, nimm Dein Leben in die Hand, werde kreativ, suche Gleichgesinnte und tue alles, was in die Richtung des Positiven weist. Ein solches »Überlebensprogramm« läßt sich auf die Beine stellen, wenn man sich nicht von der zerstörerischen Negativität und Skepsis dieser Gesellschaft anstecken läßt. Es wird nicht leicht sein, aber am Widerstand kannst Du wachsen, aus dem Widerstand kannst Du Kraft schöpfen. Wenn es ums Überleben geht, muß man zum Fanatiker werden und ohne Rücksicht auf Meinung und Widerstand anderer seine Ziele verfolgen. Wer denkfaul, unkreativ und bequem sich an der Strömung unserer Zeit orientiert, wird enden, wie z.B. der ehemalige Faßbinder-Schauspieler Kurt Raab: »Nicht der Tod macht mir angst, aber das Sterben« , so die große Schlagzeile der Münchner »Abendzeitung«. Und der Reporter schreibt weiter: »Die Stationsschwester im Hamburger Tropeninstitut führt mich mit unbewegtem Gesicht an seine (Kurt Raabs) Tür, als gelte es, einen Staubsauger aus der Besenkammer zu holen. »Herr Raab, Besuch!« Der Mann auf der Bettkante schaut skeptisch. Seine Augen sind von solcher Intensität, daß ich die kleine gekrümmte Gestalt zunächst nur in Umrissen wahrnehme ... Das hier ist ein Loch! Ein Bett, ein Nachttisch, eine Tür. Aus. »Um Gottes Willen, schreiben Sie das nicht, ich bin froh, überhaupt untergekommen zu sein ...« Kurt Raab sieht elend aus. Die drei Monate im Endstadium haben ihn noch fahler, noch schmaler werden lassen. Er will sich nicht mehr fotografieren lassen. Er trägt ein kurzes Nachthemd und lange weiße Strümpfe bis über die Knie ... »Wie sieht es mit den Ärzten aus?«, frage ich verlegen. Sind sie ehrlich zu ihm? - »Ärzte haben die Angewohnheit, sich alles anzuschauen, rauszugehen, und es draußen zu besprechen....« (Zitat: »Münchner AZ« v. 27.11.87)
Und in diesem Stil geht es weiter. Ein Artikel, der über eine ganze Seite nichts anderes tut, als die AIDS-Angst auszuschlachten, Mitleid zu erregen, zu deprimieren und die bestehenden Verhältnisse hilflos zu schildern. Man spürt die absolute Unfähigkeit des Reporters, mit dem Menschen Kurt Raab und seiner Situation umzugehen, er ist vollauf beschäftigt, die eigene Befangenheit zu verdrängen, und nimmt deshalb »nur in Umrissen wahr«, wie er selbst schreibt. Da lobe ich mir doch das »fröhliche dem Jenseits entgegen« der Kübler-Ross. Es ist mir egal, was andere denken; ich würde auf jeden Fall dem Hamburger Tropenkrankenhaus eine positive, kreative kleine Kommune vorziehen (in den Tropen vielleicht?), in der das Sterben zu einem allgemeinen Fest gemacht wird, zum »Auftakt einer wunderbaren Reise, zu einem Sterbeerlebnis erster Klasse«, wie der »Spiegel« mit der Absicht, Frau Kübler-Ross zu diffamieren, schreibt. (Zitate: »Spiegel« Nr.48/87)
Die meisten Menschen in Deutschland sterben in einem Krankenhaus, einsam, ungeliebt, »in der Besenkammer«, ob mit oder ohne AIDS. Es lebe Frau Kübler-Ross, wenn sie sagt, im Umgang mit »Todgeweihten« (Denke daran, das sind wir alle!) ließen sich neue Formen der bedingungslosen Liebe erproben. Ich kann mir einen Platz voller Leben vorstellen, wo der Sterbende total integriert ist, wo er wie selbstverständlich behandelt und zur Kenntnis genommen wird, wo er gestreichelt und geliebt wird. Wo schon Kinder studieren können,wie dieses Leben zu Ende gehen wird, wo jeder mit der Tatsache der Vergänglichkeit dauernd konfrontiert ist und demzufolge kleine Krankheiten und Mißgeschicke, Streit und Reibereien nicht so ernstgenommen werden, wie wir uns das angewöhnt haben. Übrigens - könnte es nicht sein, daß man in Deutschland mal so gelebt hat? Ich kenne jedenfalls Länder, in denen der Sterbende in der Familie bleibt, in denen sich niemand am Aussehen von Kranken und Todgeweihten (!) stört, die womöglich in einem Sessel auf der Straße sitzen und ganz normal gegrüßt und angesprochen werden. Es könnte sein, daß AIDS uns dazu auffordert, die alte Institution der Familie wieder neu entstehen zu lassen, nicht die jämmerliche hohle Form der Familie, die der Staat mit Geld und Vorteil zu erhalten sucht, sondern eine Familie gleichgesinnter Menschen, die liebevoll zusammenleben, miteinander lernen, einander helfen, einander Geborgenheit schenken, unabhängig von körperlicher Verwandtschaft. Vielleicht müssen die POSITIVEN es den anderen vormachen, wie man leben sollte, wie man leben könnte? Wähle Deinen Weg ohne Rücksicht auf Meinung und Konvention, es ist Dein Leben, und es wird Dein Tod sein. Wenn Dir diese Ideen gefallen, beschäftige Dich weiter damit, und Du hast den ersten Schritt zu ihrer Verwirklichung getan. Du hast den ersten Schritt getan, um Gleichgesinnte zu finden, um den Platz und die Zeit zu finden. Es geschieht immer auf diese Weise: Man hat eine Idee und die Idee wächst, drängt zur Verwirklichung. Beschäftige Dich mit dem Positiven, Du hast nichts zu verlieren. Und man kann klein anfangen, vielleicht in Deiner Wohnung. Stell Dir vor, welche Art Menschen mitmachen werden, wer finanziell helfen könnte, wer moralisch helfen könnte ... Es hat immer Menschen gegeben, die solche Initiativen ergriffen und verwirklicht haben, und solche Menschen haben Dir nichts voraus, außer daß sie nach vorne schauen, daß sie immerzu auf der Suche nach neuen Ideen sind. Und nur die Suche nach neuen Ideen macht das Leben wirklich lebenswert, warum schwärmen die Menschen eher von den Zeiten des Aufbauens und seltener von Zeiten des satten Faulenzens, Überflusses, der Saturiertheit. Warum neigen Menschen in Zeiten des Aufbaus eher zu Gesundheit und Optimismus, auch wenn es viel zu tun gibt und viele Probleme gelöst werden müssen? Natürlich fiebern sie der Zeit entgegen, wenn das Haus fertig ist, die Wohnung eingerichtet, die Organisation perfekt, die Partei an der Macht. Aber wenn all dies erreicht ist, setzt der Zerfall ein und die Unzufriedenheit. Wer sich dann keine neue Aufgabe schafft, rostet langsam ein und wird unzufrieden. Schau Dir diese Gesellschaft an: Noch nie gab es so viel Wohlstand, Überfluß, so viele Möglichkeiten, und dennoch (oder eben vielleicht gerade deshalb) sind die Menschen dieses Landes unzufrieden, ja es scheint, als ob sie geradezu dauernd mit der Lupe nach Skandalen und Mißständen und Unzufriedenheit suchen würden. Es wird in der nächsten Zeit eine wachsende Zahl von POSITIVEN geben und sie werden auch politisches Gewicht bekommen. Fang sofort an, Gleichgesinnte zu suchen, Abende und Kreativitätstrainings zu veranstalten, Therapeuten zu suchen, die bereit sind, positives Denken zu lehren, Meditationen zu veranstalten, Dir gesunde Ernährung nahezubringen, körperorientierte Therapien wie Rebirthing oder Bioenergetik zu lehren, usw. Selbsthilfegruppen dürfen sich nicht darin erschöpfen, daß man sich gegenseitig Trost zuspricht, gemeinsam das Schicksal beklagt oder Dir nur dadurch ein besseres Gefühl gibt, daß Du weißt: Anderen geht es auch nicht anders. Wenn Du nicht mehr tust, legt sich der Geruch der Problematik über die Gruppe, sie wird lediglich eine »psychische Quersumme« aus den Anwesenden bilden. Der Unglückliche wird ein wenig getröstet, aber der Fröhliche wird ein wenig traurig werden. Eine solche Gruppe ist nicht ganz unnütz, aber auf Dauer unbefriedigend. Durch sie wird sich nichts Entscheidendes ändern. Eine Gruppe muß etwas aufbauen, etwas erschaffen, sie muß die Fähigkeiten der Teilnehmer addieren und ihre Kreativität potenzieren. Stell Dir eine Gruppe vor, die sich mit den Möglichkeiten beschäftigt, die neue Wege eröffnet, die unausgesprochene Ideen ausspricht. Gründe eine Firma, die das Positive produziert. Der Titel dieses Buches lautet aus vielerlei Gründen: »Die Chance AIDS«. Einer davon ist, daß es noch nie in der Geschichte der Menschheit so viele Individuen gegeben hat bzw. geben wird, die im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte, in der Blüte des Lebens einer solchen Herausforderung begegnen, die mit geballter Kraft und im Bewußtsein der großen, auch politisch relevanten Zahl ihrer Mitglieder Neuerung und Erneuerung erzwingen können. Die Gesellschaft muß von den POSITIVEN lernen. Wir leben in einer Zeit und in einer Welt, die trennt, Denn das Getrenntsein hat sich fortgepflanzt in unsere Beziehungen, Und in einer Atmosphäre der Trennung, der Absonderung Pilze und Bakterienkulturen zum Beispiel wachsen da, wo Du trennst: Aber da, wo alles offen ist, wo alles miteinander fließt, Sie werden giftig wie Pilze, Wenn die gleichen Menschen sich beispielsweise an einem Strand bewegen Man benutzt diesen Effekt in Encountergruppen: Je weicher Du die Grenzen machst , Beobachte die Natur: Viele Bilder, viele Assoziationen, die wir mit dem Wort Liebe haben, Und aus der Trennung entstehen Konflikte, Da, wo alles offen ist, wo alles frei ist, wo alles fließend ist, Den gleichen Effekt gibt es im menschlichen Zusammenleben, Aber Liebe kann Liebe stärkt das Immunsystem. Man hat wissenschaftlich nachgewiesen, Obwohl es umgekehrt sein sollte: Mit einer harten Schale ist man verletzlich, Eine Blume wirkt schwach gegen einen Panzer, Und wenn der Panzer längst verrostet ist, Die Weichheit des Wassers Die Berge, die heute so groß und gewaltig erscheinen, Und wenn Du diese Weichheit, Wenn Du offen bist, Du bleibst offen für die anderen. Wäre es nicht vorstellbar, Es hat in der Geschichte immer wieder Versuche gegeben, Es mag sein, daß solche Gruppen »Sekten« genannt werden, So - mach den Versuch, mit Gleichgesinnten zusammen Es wird immer Menschen geben, die alles mögliche einzuwenden haben, Der Name dieser göttlichen Kraft spielt keine Rolle. Und diese Kraft ist nichts anderes als die Liebe. Und es ist nicht wirklich die göttliche Kraft, die Dich heilt, Aber es ist DEINE geistige Haltung, Es gibt eine Gruppe von Menschen, die sich treffen, Es mag sein, daß Du einen von ihnen kennst, Und diese Menschen kennen nur einen Gottesdienst, Aber ich habe noch nirgendwo anders derartige Wunder gesehen: Und es gibt eine Langzeitwirkung in dieser Gruppe: Und es ist nicht nötig, den Namen dieser Gruppe zu wissen. Du kannst Deine eigene Gruppe gründen. Die spirituelle Kraft solcher Gruppen ist körperlich spürbar, In einer solchen Gruppe kannst Du sogar das Gefühl bekommen, So - gründe eine solche Gruppe, Stellt Euch zusammen in einem Raum, Es ist gut, weiche Kleidung zu tragen, Laß alles zu, was auch immer geschieht, Wenn Du das Gefühl hast, etwas sagen zu wollen, Gib Dich in die Hand der Liebe, Du wirst bemerken, daß Dein Körper sich in einer solchen Gruppe, Nach einer solchen Zusammenkunft Du wirst die Erfahrung machen, Du wirst in den allmächtigen,
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