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Kraft und Freiheit
Du kannst jetzt Deine Gedanken auf eine Reise schicken, irgendwohin, oder nirgendwohin.
Einfach genießen.
Und Du kannst auch Deinen Körper, den Du in diesem Moment total spürst, auf eine Reise schicken, zurück in die Vergangenheit.
In Deiner Phantasie, im Hier und Jetzt, ganz bewußt, kannst Du Dir vorstellen, daß Dein Körper jünger wird und kleiner wird. Du kannst immer weiter zurückgehen, immer weiter zurück,
kannst Dir vorstellen,
daß Du zehn Jahre alt bist,
daß Du sieben Jahre alt bist,
daß Du fünf Jahre alt bist,
daß Du drei Jahre alt bist,
daß Du ein Jahr alt bist,
daß Du gerade geboren bist,
daß Du ein Embryo bist. Und Du kannst Dir vorstellen, daß Du seit fünf Monaten im Bauch Deiner Mutter bist,
seit vier Monaten ... drei Monate, immer weiter zurück ... zwei Monate,
und Du wirst noch kleiner und bist einen Monat alt ... eine Woche ... ein Tag ... eine Stunde ...eine Minute ... eine Sekunde ...
Und jetzt bist Du in der Zeit bevor Du gezeugt wurdest.
Du bist jetzt ein Pünktchen im All, ein Lichtpunkt.
Und Du hast unendliche Freiheit.
Du bist jetzt reines Bewußtsein, Dein Bewußtsein ist ein Lichtpunkt, und Du kannst den Lichtpunkt Deines Bewußtseins irgendwohin schicken, wohin auch immer Du möchtest.
Oder Du kannst jetzt den Lichtpunkt Deines Bewußtseins einfach so sein lassen, wie er ist, ihn schweben lassen, weit weit draußen, irgendwo, und das Gefühl der Freiheit genießen, absolute Freiheit.
Und der Lichtpunkt Deines Bewußtseins kann schneller sein, als das wirkliche Licht. Du könntest in einem Moment von der Erde zu einem fernen Planeten fliegen, zu einem fernen Stern.
Das ganze Universum steht Dir offen. Und Du kannst dieses Gefühl unendlicher Freiheit mehr und mehr genießen. Dein Bewußtsein ist wirklich frei. Und so klein dieses Pünktchen ist,
Du kannst spüren, daß es eine Ausdehnung hat, daß es sogar expandieren kann ... daß es sich selbst so groß machen kann, wie die ganze Welt, und alles einschließen kann, diese ganze Erde,
und sich noch weiter ausdehnen kann, über die Grenzen des Sonnensystems hinaus ... Und Du kannst vielleicht sehen, daß Dein Bewußtsein alle Planeten einschließen kann, die Sonne, die Sterne, die ganze Milchstraße.
Und Du spürst vielleicht in diesem Moment, daß dieser Bewußtseinspunkt so groß sein kann, wie er möchte, er kann das ganze Universum einschließen.
Er hat die Freiheit, sich so weit auszudehnen, wie er möchte, alles einzuschließen, was er möchte.
Und Du spürst vielleicht in diesem Moment, daß dieses Bewußtsein sehr lebendig ist, lebt, vibriert vor Leben; und daß dieser Bewußtseinszustand ein Zustand der Kraft ist, der Energie, der Kreativität.
Alles ist möglich. Du lebst. Und in welchen Teil dieses Universums Du auch hineinfühlst, Du kannst das Leben spüren, in diesem Moment, zum Beispiel da, wo normalerweise Deine rechte Hand wäre,
oder Dein linker Fuß.
Das große Universum ist von dem gleichen Leben erfüllt, wie Dein Körper. Alles ist in Bewegung, die Planeten kreisen um die Sterne, und man sagt, das Universum dehnt sich aus. Genieße diese absolute Freiheit,
die Kraft. Genieße das Gefühl der Energie in Dir. Und Du könntest Dir diese Dinge garnicht vorstellen, wenn sich nicht irgendetwas in Dir an die Zeit erinnern würde, wo Dein Leben immer so war: so weit,
so kraftvoll, so kreativ, so frei. Es ist ein Gefühl des Schwebens, und es ist ein Gefühl der Geborgenheit. Du fühlst Dich geborgen in diesem Zustand. Du fühlst Dich geborgen in diesem Universum.
Und alles ist für Dich da, was auch immer Du brauchst ist da. Du bist angeschlossen an das Göttliche. Du trinkst vom Nektar des Lebens. Du bist angeschlossen an die göttliche Kraft,
und die göttliche Kraft durchströmt Dich, und Du kannst es in diesem Moment fühlen.
Du kannst in diesem Moment fühlen wie das Leben in Dir vibriert. Und Du kannst Dich tiefer und tiefer in diesen Zustand hinein- fallen lassen, Dich wohler und wohler fühlen
und Dich geborgener und geborgener fühlen in diesem Zustand, in dieser Welt absoluter Zufriedenheit, absoluter Geborgenheit, absoluter Sicherheit, und des absoluten Wissens, daß alles in Ordnung ist,
so wie es ist, daß Du Teil des Universums bist, aber daß Du gleichzeitig selbst das Universum bist. Man könnte sagen, Du bist eins mit allem, was existiert. Und alles was existiert, liebt Dich.
Du bist Teil von Allem. Und da dieses Ganze eine harmonische Einheit ist, mußt Du geliebt sein.
So wie sich eine Biene in einem Bienenschwarm geborgen fühlen kann, so wie sich eine Welle im Meer geborgen fühlen kann, so wie sich ein Wassermolekül in einem Wassertropfen geborgen fühlen kann,
so kannst Du Dich wohlfühlen in allem, was Dich umgibt. Erlaube, daß dieses Gefühl der Geborgenheit Dich umfließt, Dich umschmeichelt, umströmt. Spüre dieses Gefühl, wie einen Kokon,
oder wie ein weiches Kuschelbett mit frischgewaschenen Laken, spüre es, als ob Du eine leuchtende Blüte wärst, inmitten einer Wiese voller Blumen. Spüre es, als wenn Du ein weißes Wölkchen wärst, am weiten Himmel,
spüre es, als wenn Du ein leuchtender Stern wärst, am Firmament. Spüre es, als wenn Du ein Tautröpfchen wärst auf dem samtenen Blütenblatt einer Rose, spüre diesen Frieden, diese Ruhe, diese Harmonie
und diese Kraft. Spüre die Geborgenheit und die Lebensenergie, spüre die Fähigkeit, Dich auszudehnen, spüre die Freiheit.
Und in einer gewissen Weise schwebst Du in diesem Raum, beschützt, umsorgt. Alles ist so, wie es ist, Du bist absolut zufrieden, mit dem, was ist.
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Das TAO
Alles, was ist, ist. Es gibt nur das eine, es gibt nur das Unteilbare, es gibt nur das, was ist.
Und jeder kann dies sehen, augenblicklich, Du brauchst keinem Weg zu folgen, Du brauchst nicht zu meditieren, Du brauchst nicht »spirituell« zu sein, Du brauchst nichts üben. Du brauchst nur zu sehen, was ist.
Wenn Du zum Beispiel einen Haufen Sand betrachtest, kannst du sehen, daß ein Haufen Sand hauptsächlich und unveränderlich ein Haufen Sand ist.
Und Du magst den Ausschnitt Deiner Wahrnehmungen verkleinern, magst Dich in ein Sandkorn hineinversetzen ... magst Dich zwischen zwei Sandkörner versetzen, magst Dich auf die Oberfläche eines Sandkorns versetzen ...
jedesmal wirst Du eine andere Welt finden, eine Welt, die sich scheinbar grundlegend unterscheidet von den umliegenden Welten. Es mag Sandkörner geben, die grün sind, es mag Sandkörner geben, die blau sind,
es mag Sandkörner geben, die rund sind, und es mag Sandkörner geben, die eckig sind, aber dies sind keine wirklichen Unterschiede, die Unterschiede entstehen nur, wenn du Dein Bewußtsein zu sehr fokussierst.
Aber je objektiver Du sein willst, umso mehr mußt Du das Ganze sehen.
Und dieses Universum ist nichts als ein solcher Haufen. Und Deine Welt, in der Du lebst, ist nichts als ein Sandkorn oder ein paar Sandkörner in einem solchen Haufen.
Ich sage nicht: Nimm nicht wahr, was auf der Oberfläche der einzelnen Sandkörner passiert, ich sage nicht: Nimm nicht wahr, daß es diese Unterschiede im Kleinen gibt,
aber dennoch kannst Du im Bewußtsein der Tatsache leben, daß dies alles eine kohärente Masse ist, daß dies alles EIN DASEIN ist.
Und man kann über dieses Dasein natürlich keine wirklich relevanten Aussagen machen, denn eine Aussage machen bedeutet, daß Du Dich wieder nur auf einen Aspekt konzentrierst.
So - das ... Unnennbare ist dennoch die absolute und einzige Wahrheit.
Ein Sandhaufen ist ein Sandhaufen ... Im großen und ganzen.
Das einzige, was am ehesten die Wahrheit über einen Sandhaufen ausdrückt, ist die Tatsache, daß es ein Sandhaufen ist, und nicht die Tatsache, daß auf einigen dieser Sandkörner in diesem Sandhaufen
Bakterien existieren, oder Viren.
Selbst wenn an einigen Stellen dieses Sandhaufens ein paar Goldkörnchen versteckt sein sollten, so bleibt es dennoch ein Sandhaufen, und Du kannst Dich an den Goldkörnchen erfreuen und dennoch wissen,
es handelt sich im großen und ganzen um einen Haufen Sand.
So - der Weise erfreut sich an allem, was er wahrnimmt, aber er weiß: Alle Wahrnehmungen sind Ausschnitte, winzige Ausschnitte aus der Realität.
Und dieses Bewußtsein zu haben, zu wissen, daß dies alles eine Einheit, eine kohärente Einheit ist, das ist Erleuchtung.
Es kann keine andere Erleuchtung geben. Jede andere Art von Erleuchtung würde bedeuten, daß Du Dich auf einen womöglich winzigen Aspekt der Realität konzentrierst.
Und es gibt viele Menschen, die auf solche »trips« gehen, die die Wahrheit verwechseln mit einem Aspekt der Realität, den sie gefunden haben.
Und es gibt Aspekte der Realität, die golden sind, die paradiesisch scheinen, aber wenn du Dich auf die Goldkörnchen in dem Sandhaufen konzentrierst, kann es Dir passieren, daß Du plötzlich
von der allgegenwärtigen »Energie«, die in diesem Sandhaufen herrscht, zu einem anderen Aspekt von dessen Realität bewegt wirst.
Eine solche Bewegung kann ganz plötzlich und unverhofft kommen, und wenn Du Dich am Goldkorn innerlich festhältst, ist der Schock groß.
Aber wenn Du den Sandhaufen als Ganzes siehst, hast Du die Bewegung schon einkalkuliert, Du hast Dich am Goldkorn erfreut, und jetzt erfreust Du Dich am Staubkorn.
Aus der Entfernung betrachtet, macht es keinen Unterschied.
Du kannst ohne weiteres sehen, daß sich, aus der Entfernung betrachtet, die Standpunkte immer mehr angleichen, daß sich ein statistisches Mittel einstellt.
Und die Physiker haben dies längst herausgefunden in Bezug auf Materie zum Beispiel: Wenn Du in den Feinbau der Materie hineingehst, stellst du fest, daß es nichts gibt als eine Bewegung
vom Zustand der Anwesenheit, scheinbarer Festigkeit, manifestiert in irgendeinem winzigen Materieteilchen, zum Zustand einer absoluten Abwesenheit.
Es scheint eine Schwingung zu geben von Anwesenheit zu Abwesenheit zu Anwesenheit zu Abwesenheit von Materie, denn selbst Materie ist bereits nur ein Aspekt, nur eine Seite der Medaille.
Im großen und ganzen ist dieses Universum etwas anderes. Es ist nicht Materie, und es ist nicht Leere, es ist nicht Masse, und es ist nicht Energie.
Man kann keinen Namen finden. Wenn Du es irgendwie benennst, so erzeugt dies in Dir eine Vorstellung von Anwesenheit einer Sache.
Aber in Wirklichkeit ist diese sogenannte Anwesenheit etwas Un-Nennbares, Unausdrückbares.
Man nannte es oder man nennt es das TAO. Aber das TAO ist das Unsagbare, das All-Eine. Und alle Menschen, die dies erkannt haben, haben sich schwergetan, einen Namen dafür zu finden,
haben sich schwer getan, darüber zu sprechen. Man kann immer nur um das Etwas herumreden, weil es kein Etwas ist.
Aber Du kannst es finden, wenn Du einfach schaust, was ist.
Und dieser Vorgang des Schauens, was ist, ist durchaus vergleichbar mit dem Vorgang des Sich-Entfernens von einem Haufen Sand.
Du hast mit der Lupe gesucht, Du hast mit dem Mikroskop geschaut, und Du hast diese oder jene Oberfläche eines Sandkorns gesehen. Und die eine Oberfläche eines Sandkorns war felsig,
und die Oberfläche eines anderen Sandkorns war zerklüftet, und die Oberfläche eines dritten Sandkorns war glatt.
Und Du hast Dich bewegt zwischen diesen Sandkörnern. Du hast Dich identifiziert mit diesen Sandkörnern oder mit dem Leben auf den Oberflächen dieser Sandkörner. Oder mit dem Goldkorn, das Du gefunden hast.
Oder mit dem Staubkorn, das Du gefunden hast zwischen diesen Sandkörnern. Aber sowie Du zurücktrittst, siehst Du, es ist ein Sandhaufen.
Und dieses Zurücktreten kann geschehen, obwohl Du Dich weiterhin in diesem Sandhaufen oder auf diesem Sandhaufen bewegst und Dich erfreust an den wechselnden Formen der Sandkörner.
Die Gegensätze heben sich auf, indem Du zurücktrittst. Wenn Du von einem Berg hinunterschaust ins Tal, und Du siehst die Häuser zwischen den Wiesen und Wäldern, so schauen alle Häuser irgendwie gleich aus.
Das eine Haus mag etwas größer sein, das andere Haus mag etwas kleiner sein, das eine Dach mag etwas röter sein als das andere, aber die Unterschiede, die so groß scheinen, wenn Du in einem Haus Dich bewegst
oder vor einem Haus stehst, verschwinden umso mehr, je weiter Du dich entfernst.
Und das Weit-Entfernt-Sein ist das Normale in diesem Universum.
Das Vergrößern, das Fokussieren, das sich Identifizieren mit bestimmten Aspekten ist das Unnormale, ist das Irreale! Dieses Universum ist sehr groß. Schon dieses Land ist groß,
und dieses Land, aus einer Höhe von zwanzig, dreißig Kilometern gesehen, ist ein Sandkorn. Und dieses Sandkorn unterscheidet sich nur wenig von einem anderen Sandkorn, von einem anderen Land.
Dieser Kontinent unterscheidet sich wenig von einem anderen Kontinent, dieser Planet unterscheidet sich essentiell nur wenig von jedem anderen Planeten, dieses Sonnensystem unterscheidet sich essentiell nur wenig
von jedem anderen Sonnensystem.
Und es ist Deine freie Wahl, ob Du realer werden willst, also das Ganze sehen willst, oder ob Du Dich identifizieren möchtest mit einem winzigen Ausschnitt der Realität.
Wenn Du die endgültige, letztendliche Wahrheit suchst: Sie kann nur in der Distanz liegen, denn je näher Du an etwas herangehst, umso mehr kleine Pseudowahrheiten wirst Du finden.
Aber jede dieser »Wahrheiten« wird durch eine Gegenwahrheit aufgehoben. Sowie Du Dich nur einen Millimeter entfernst, magst Du bereits eine andere Wahrheit finden.
Und Du kannst tiefer und tiefer in die Struktur der Materie hineingehen, und die Gegensätze werden größer und größer. Aber sowie Du zurücktrittst, sowie Du frei wirst, siehst Du,
daß sich die Gegensätze aufheben.
Der scheinbare Gegensatz zwischen Sandkorn und Luftraum zwischen Sandkörnern hebt sich auf. Das Ganze ist ein Haufen Sand. Der scheinbare Gegensatz zwischen einem »guten« Menschen in dem einen Haus
und einem »bösen« Menschen in einem anderen Haus hebt sich auf, sowie Du Dich nur einige Meter entfernst.
Sogar der scheinbare Gegensatz zwischen reiner Natur auf dieser Welt und zerstörter Chemielandschaft hebt sich auf, sowie Du von weitem auf diese Welt schaust.
Ich sage nicht, daß Du aufhören sollst, diese Dinge zu sehen, die Gegensätze zu sehen. Ich sage nicht, daß Du aufhören sollst, in diesen Gegensätzen und zwischen diesen Gegensätzen zu arbeiten.
Du kannst dort arbeiten, aber Du kannst dennoch innerlich zurücktreten und sehen, es sind nicht wirklich Gegensätze. Und nur dann hast Du eine Chance, etwas auf dieser Welt zu verändern,
denn wenn Du Dich mit einer Seite identifizierst, kämpfst Du gegen die andere. Und wenn Du gegen die andere Seite kämpfst, vertiefst Du den Graben, rufst Du die gegensätzlichen Energien hervor.
Aber wenn Du siehst, daß es keine wirklichen Gegensätze sind, kannst Du als ausgleichendes Element wirken.
Wenn sich irgendwo zwei Parteien bilden, wer kann für einen Ausgleich sorgen? Wer kann für Versöhnung sorgen? Derjenige, der sich mit einer Seite identifiziert und gegen die andere kämpft?
Oder derjenige, der vermittelt zwischen den Seiten?
Nur derjenige kann für eine Auflösung der Gegensätze sorgen, der über den Gegensätzen steht.
Alle Wege, alle sogenannten Wege, alle spirituellen Wege, alle Gurus, alle Meditationen sind im Grunde genommen Quatsch.
Denn was Du tust, ist nichts anderes, als daß Du einen anderen Pol wählst, aber indem Du den anderen Pol wählst, schließt Du das Gegenteil aus, und Du schaffst Gegensätze. Du errichtest Grenzen.
Wenn Du meditierst, Dich zurückziehst, Dich irgendwo einschließt, ausschließt, abschließt, errichtest Du eine Grenze zwischen der Außenwelt und Dir. Wenn Du sogenannte spirituelle Übungen machst,
schließt Du die Realität aus, die Dich umgibt, zugunsten einer selbstgeschaffenen inneren Realität, und Du errichtest einen Gegensatz.
Die einzige Wahrheit besteht in dem, was ist. Und es gibt keinen Weg zur Wahrheit, sondern es gibt nur die Möglichkeit zu sehen, was ist, Dir bewußt zu machen, was ist.
Und dieses Universum ist eine Einheit. Es ist die Einheit all dessen, was ist. Und Du mußt nichts tun, nirgendwo hingehen, nicht einem Guru folgen, sondern Du mußt einfach nur Deine Augen öffnen
und sehen, was ist. Wenn ich sage: Deine Augen öffnen, so heißt das, die Augen zu öffnen für alles, was ist, und nicht mit dem Vergrößerungsglas Deiner Identifikationen nach irgend etwas suchen.
Das Auge täuscht Dich. Es ist eine optische Täuschung, daß die Welt in Deiner Umgebung groß und riesig erscheint und daß die »Unterschiede« in Deiner Umgebung groß sind. Der Unterschied
zwischen Deiner Hand und der Lehne des Stuhls scheint groß zu sein. Der Unterschied zwischen Deinem Körper und der Dich umgebenden Luft scheint groß zu sein.
Der Unterschied zwischen Deiner Hand und der Hand des anderen Menschen in Deiner Nähe scheint groß zu sein. Aber schon aus geringer Entfernung seid Ihr eine Einheit, ein Paar, zwei Menschen,
eine Gruppe von Menschen. Der Standpunkt der Identifikation, der Standpunkt des Beobachters am Ort, wo Du gerade bist, ist der außergewöhnliche Standpunkt, ist der am wenigsten objektive Standpunkt.
Dort, wo Du bist, herrschen definierte Bedingungen, Bedingungen von Reichtum oder Armut, von Freude oder Leid, von Glück oder Unglück, aber sowie Du Dich nur ein wenig entfernst von diesem Standpunkt
und das große Ganze siehst - sei es in einem zeitlichen Zusammenhang, sei es in einem räumlichen Zusammenhang - bemerkst Du, daß all dies nur Eigenschaften eines mikroskopisch kleinen Standpunktes sind,
eines mikroskopisch kleinen Ausschnitts.
So als würdest Du einen Haufen Sand beurteilen wollen von einem Sandkorn aus. Natürlich müßtest Du dann sagen: »Dieses »Sand-Universum« ist grün«, weil dieses Sandkorn, auf dem Du Dich zufälligerweise befindest,
grün ist. Aber ein anderer auf einem anderen Sandkorn wird sagen: »Dieses Universum ist rot, dieses »Sand-Universum« ist rot.« Aber jeder, der nur ein wenig zurücktritt, sieht,
daß dieser Haufen Sand womöglich gesprenkelt ist oder eine völlig andere Farbe hat.
Wie erreicht man diese Sichtweise der Dinge? Man erreicht sie überhaupt nicht, man hat sie, wenn man sieht, was ist, wenn man spürt, was ist, mit allen Sinnen spürt, was ist.
Und Du kannst in diesem Moment spüren, daß das Sich-In-Einem-Raum-Befinden nur ein Aspekt der Realität ist. Du kannst spüren, daß andere Menschen sich vielleicht im Freien befinden, Du kannst spüren
in diesem Moment, daß manche Menschen sich in einer Kirche befinden und manche Menschen im Krieg. Und daß sich diese scheinbaren Gegensätze aufheben, sowie Du Dich mit Deinem Bewußtsein auf einen
nur ein wenig höheren Standpunkt stellst.
Wenn Du vom Mond aus die Erde betrachtest, dann ist es gleich, wo sich ein Mensch gerade befindet, wie er aussieht, wie er sich gerade fühlt. Es ist sogar ziemlich gleich, ob er gerade lebt oder stirbt.
Und das ganze Universum sieht unsere Welt auf diese Weise, nämlich als eine homogene Masse von Dasein. Man kann kein Wort finden dafür, denn Worte sind Trennungen von dem, was ist.
Ein Wort zu bilden heißt bereits, mit der Lupe auf die Einzelheiten schauen, aber die Einzelheiten sind nicht wichtig. Wichtig ist das, was sich zusammensetzt, und was auch immer sich zusammensetzt,
ist nur noch ein
Da-Sein, ein All-Eins-Sein. Und Du findest dieses Da-Sein sowohl im statistischen Mittel der Zeit als auch im statistischen Mittel des Raumes.
Und daß zwischen diesen beiden Dingen ein Unterschied zu bestehen scheint, ist auch nur eine optische Täuschung, denn dies alles ist ein Dasein, eine Einheit.
Wenn Du Dich von unserer Erde entfernst und von verschiedenen Punkten des Universums auf die Erde schaust, in diesem Moment, kannst Du alle Zeitalter beobachten. Wenn Du in diesem Moment
auf einen Stern schaust, der dreihundert Millionen Lichtjahre entfernt ist, so siehst Du den Stern in dem Zustand, in dem er vor dreihundert Millionen Jahren war, weil das Licht so lange gebraucht hat zu Dir,
und genauso ist es umgekehrt. Die Erde ist konzentrisch umgeben von den Bildern aller Zeitalter, die jemals auf dieser Erde existierten, und diese Bilder sind bewegt. Dort im Raum geschehen die Dinge noch immer
und für alle Zeiten, denn das Licht geht nie verloren.
Was kannst Du tun? Ganz einfach: Du tust das, was Du tust, Du bewegst Dich auf den Sandkörnern Deiner Welt, zwischen den Sandkörnern Deiner Welt, auf dieser und jener Oberfläche dieses oder jenes Sandkorns,
wissend, daß dies eine Einheit ist, eine Kohärenz. Die Tatsache, daß Du Dich bewegst, zeigt eine weitere Eigenschaft dieser »All-Heit«, dieses Da-Seins, daß sie nämlich nichts Totes ist,
sondern daß es eine Energie ist, eine Bewegung, eine Schwingung. Und zu dieser Schwingung gehört nun einmal, daß es Knotenpunkte gibt, an denen sich etwas umkehrt, wie bei einem Pendel.
Dieses Universum ist ein Konglomerat von Schwingungen, von Rhythmen, große, kleine, schnelle, langsame Rhythmen. Und Rhythmus bedeutet, daß Teile dieses Daseins
sich mal am oberen Scheitelpunkt und mal am unteren Scheitelpunkt befinden. Das Pendel schlägt zu beiden Seiten aus. Und das, was schwingt, verweilt jeweils, statistisch gesehen, länger an den Scheitelpunkten.
Wenn Du die Zeiten mißt, die ein Pendel braucht, um durch einen bestimmten Punkt seiner Kurve sich zu bewegen, dann wirst Du feststellen, daß an den Scheitelpunkten die Verweildauer des Pendels länger ist.
Die Geschwindigkeit des Pendels ist an einem bestimmten Punkt plötzlich Null.
Phasen extremen Glücks oder extremen Unglücks sind oft solche Wendepunkte im Leben, die Bewegung scheint an solchen Punkten aufgehört zu haben.
Wenn Du Dich mit dem sich bewegenden Punkt identifizierst, glaubst Du, die Bewegung hat aufgehört. aber sowie Du zurücktrittst und die Kurve als Ganzes sieht, stellst Du fest, daß es lediglich Energie
in Schwingung ist. Materie in Bewegung.
Und alles, aber auch alles auf dieser Welt ist in Bewegung.
So - Du hast die Wahl, die freie Wahl, ob Du Dich identifizieren möchtest mit dem, was ist, oder mit dem winzigen Ausschnitt der Realität, den Du gerade siehst, den Du jetzt gerade in diesem Moment wahrnimmst.
Dies ist lediglich eine Umschaltung in Deinem Gehirn. Sonst nichts. Dies ist eine Umschaltung, die augenblicklich geschehen kann, und für die es nicht unbedingt nötig ist, irgend etwas zu praktizieren.
Jede Art von Praktizieren erhöht die Chance, daß Du weiterhin gefangen bleibst in der Maja, in der Illusion.
Maja heißt nichts anderes als Identifikation mit dem schwingenden Punkt, heißt nichts als Identifikation mit einem bestimmten Punkt auf dem sich drehenden Rad der Existenz, der Inkarnationen.
Und wenn Du ein sich drehendes Rad beobachtest, wirst Du feststellen, daß es genau das gleiche Schwingungsmuster vollführt wie ein schwingendes Pendel. Mal bewegt sich das Rad durch eine Phase der Freude,
und mal bewegt sich das Rad durch eine Phase der Trauer, mal ist es Geburt, mal ist es Tod, mal ist es hell, mal ist es dunkel. Aber dies alles ist Illusion. Denn die Betrachtung des Rades zeigt,
daß das Rad ein Rad ist, das sich an einem Punkt dieser Welt lediglich dreht.
Glück oder Unglück existieren nicht wirklich, nur die Schwingung existiert, der Ton existiert, die Energie existiert, und diese Energie ist Leben. Diese Energie ist lebendige Bewußtheit.
Und natürlich ist es für den Durchschnittsmenschen nicht leicht, den Blick so weit zu halten, daß er objektiv bleibt. Es ist nicht leicht für den Menschen, das große Ganze zu sehen,
weil seine Sinnesorgane geradezu spezialisiert sind auf die Kleinheit, auf den Ausschnitt der Realität, auf »das Haar in der Suppe«, wenn Du so willst.
Ich sage nicht: Entferne Dich von allem, was geschieht, ich sage nicht: Du sollst nicht sehen, was Du tust oder was geschieht, ich sage nicht: Tue es nur mit halbem Herzen, weil das alles Maja ist.
Erlebe alles aus vollem Herzen, aber identifiziere Dich nicht, denn sich Identifizieren heißt, zu glauben, die Welt bestünde nur aus den wechselnden Zuständen Deiner Gehirnzellen.
Aber das Universum ist viel mehr, es kennt kein Leid und kennt keine Freude, es kennt nur diesen Zustand der Energie, dieses Vibrieren, dieses Singen, diesen Tanz.
Genieße den Tanz, sei Teil des Tanzes denn Du kannst Dich nicht aus dem eng begrenzten Raum Deines Lebens entfernen, aber Du kannst sehr wohl sehen, daß Du Teil eines größeren Ganzen bist.
Es ist dem Menschen gegeben - und der Mensch ist das einzige Wesen auf der Erde, dem dies gegeben ist - es ist dem Menschen gegeben, das große Ganze zu sehen, obwohl er sich in einem eng begrenzten Raum befindet.
Das Gehirn des Menschen ist fähig, das All in seiner Gänze zu umfangen, zu umfassen, zu umgreifen.
Das Gehirn des Menschen ist fähig - und dies ist ein Wunder - das All in seiner Gesamtheit zu be-greifen als ein Konglomerat von göttlichen Schwingungen, von einer All-Einheit, in Bewegung.
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